1. – 4. SSW: So beginnt Deine Schwangerschaft

1. – 4. SSW: So beginnt Deine Schwangerschaft

6. April 2017 0 Von Julia

Während der 1. – 4. SSW entscheidet sich, ob in Deinem Bauch ein Baby heranwachsen wird und die Schwangerschaft beginnt. Ich finde, dass sich viel zu wenig Frauen mit dem ersten Schwangerschaftsmonat beschäftigen. Zunächst solltest Du aber wissen, dass Du in der 1. SSW und 2. SSW noch gar nicht schwanger bist. Aber irgendwer hat irgendwann mal beschlossen, dass einfacher ist, den Geburtstermin mit dem ersten Tag der letzten Periode zu berechnen. Wenn Du in der 3. SSW einen Eisprung hast, dieses Ei dann befruchtet wird und es in der 4. SSW zu einer Einnistung kommt, bist Du schwanger. Leider kommt es auch oft zu Komplikationen wie beispielsweise einer Bauchhöhlenschwangerschaft oder einer Eileiterschwangerschaft. Als ich im April 2017 schwanger wurde, bin ich schon in der 6. SSW zum Frauenarzt gegangen um überprüfen zu lassen, ob sich das befruchtete Ei auch wirklich in der Gebärmutter eingenistet hatte. Glücklicherweise war das so und unser Sohn kam Ende Dezember 2017 gesund auf die Welt. Aber nun habe ich genug gequatscht!

Alle wichtigen Informationen zu den ersten vier Schwangerschaftswochen habe ich Dir nachfolgend zusammengefasst.

Dein ganz persönlicher Schwangerschaftskalender:

Trage den ersten Tag Deiner letzten Periode in das Feld da unten ein und schon kannst Du sehen, in welcher Schwangerschaftswoche Du bist.

1. SSW: Die Periode

Dein Zyklus beginnt mit der 1. SSW und Deiner Periode. Der erste Tag eines jeden Zyklus ist der erste Tag Deiner Periode. In der 1. SSW bist Du noch gar nicht schwanger, denn Dein Körper scheidet jetzt erst einmal das unbefruchtete Ei des vorherigen Zyklus und die Gebärmutterschleimhaut aus. Während dieser Zeit sorgt Dein Körper dafür, dass alle Voraussetzungen für eine Schwangerschaft geschaffen werden. Aber Du kannst sogar in der 1. SSW einiges tun, dass eine potentielle Schwangerschaft begünstigt.

Wenn Du schwanger werden willst, solltest ab dem Zeitpunkt des Kinderwunsches auf Alkohol und Zigaretten verzichten (gilt natürlich auch für andere Gifte und Drogen). Ich muss zugeben, ich selbst habe mich da nicht immer daran gehalten und habe trotz Kinderwunsch geraucht und auch gelegentlich Alkohol getrunken. Als ich am Morgen des 19.04.2017 ein komisches Gefühl hatte und der Schwangerschaftstest dann positiv war, habe ich natürlich nicht mehr geraucht und auch nichts mehr getrunken. Ich glaube aber dennoch, man sollte sich selbst nicht so geißeln und auch wenn man einen Kinderwunsch hat, dann darf man ruhig noch ab und zu was trinken. Als ich damals von meiner ersten Schwangerschaft erfahren habe (leider endete sie mit einem Windei), habe ich auch sofort aufgehört zu rauchen und Alkohol zu trinken. Aber das muss jede Frau für sich selbst entscheiden.

Es ist zwar richtig, dass die ersten Wochen besonders gefährlich sind, aber meine Frauenärztin hat mir gesagt, dass das „Alles oder Nichts Prinzip“ gilt und ich denke, sobald man von seiner Schwangerschaft weiß, sollte man alles tun, was wichtig ist. Davor sehe ich persönlich das nicht so arg eng.

Was Du aber auf jeden Fall tun kannst (ich mache das auch) ist: ernähre Dich gesund und nehme Folsäure. Ich habe mit der Folsäure zwischenzeitlich mal ausgesetzt, aber nachdem ich gelesen habe, dass Frauen, die lange die Pille genommen haben, sehr wahrscheinlich unter einem Folsäuremangel leiden, habe ich sofort wieder mit der Einnahme von Folsäure begonnen.

Lesetipp: Folsäure unterstützt die Fruchtbarkeit

Folsäure muss auch wirklich ab Kinderwunsch bis zum zweiten Trimester genommen werden. Aber Dein Arzt wird Dich darüber sicherlich aufklären. Bedenke immer: Folsäuremangel kann zu schweren Behinderungen und Entwicklungsstörungen führen. Ich kann Dir auch sagen, dass es kaum möglich ist, über die tägliche Nahrung genug Folsäure aufzunehmen. Daher rate ich Dir zu Tabletten.

2. SSW: Fruchtbare Tage & Eisprung

Nachdem Deine Periode zu Ende ist, bereitet sich Dein Körper in der 2. SSW auf den Eisprung und damit auf die furchtbaren Tage vor. Auch jetzt bist Du noch nicht schwanger, obwohl Du Dich (wenn Du später einen positiven Schwangerschaftstest machst) jetzt schon in der 2. SSW befindest. Die Schleimhaut der Gebärmutter baut sich jetzt langsam auf, um das befruchtete Ei empfangen zu können. Damit Du überhaupt in die fruchtbaren Tage kommst, müssen sich in Deinem Eierstock die Follikel (die Eibläschen) bilden und eines davon, das sog. Leitfollikel, muss platzen. Das passiert etwa in der Mitte Deines Zyklus, wobei auch das nicht pauschalisiert werden kann.

Lesetipp: 10 Dinge, die Du unbedingt über Deine fruchtbaren Tage wissen musst

Das befruchtete (oder das unbefruchtete) Ei wandert jetzt über den Eileiter in Deine Gebärmutter. Auf seinem Weg trifft im Eileiter auf die Spermien und wird dort im besten Fall befruchtet. Ob dabei eine Eileiterschwangerschaft oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft entsteht ist bis jetzt völlig unklar. Es gibt übrigens hierfür kein erhöhtes Risiko und Du kannst das auch nicht beeinflussen. Die Spermien liefern sich jetzt einen regelrechten Wettlauf, denn es gibt nur einen Gewinner. Gegen Ende der 2. SSW wird die Eizelle befruchtet und so beginnt Deine Schwangerschaft bald.

Wissenswertes zur Eizelle: In der 2. SSW ist die Eizelle etwa einen ganzen Tag in der Lage gefruchtet zu werden. Wenn man sich das mal genau überlegt, ist das ganz schön wenig Zeit, oder? Die Spermien eines Mannes können mehrere Tage im weiblichen Körper überleben, aber das geht nur, wenn die “kleinen Männer” alle fit sind. Vielleicht hast Du Dich schon mal gefragt, warum eine Frau rund sechs fruchtbare Tage im Monat hat, obwohl die Eizelle in der 2. SSW nur einen Tag befruchtet werden kann? Nun, das Problem ist, dass der Eisprung nicht exakt vorhergesagt werden kann und Spermien im Körper oft ein paar Tage überleben können. Wenn Du also in der 2. SSW Deinen Eisprung hast und Du ein paar Tage zuvor Geschlechtsverkehr hattest, könntest Du schwanger werden.

3. SSW: Die Einnistung

Erst jetzt beginnt Deine Schwangerschaft, denn das befruchtete Ei nistet sich jetzt in der hoch-aufgebauten Gebärmutterschleimhaut ein. Manche Frauen berichten auch vom Einnistungsschmerz oder einer Einnistungsblutung. Ich selbst habe nichts von beidem gespürt oder gehabt, aber eine Freundin erzählte mir, dass sie bei ihrem ersten Kind die Einnistung gespürt habe. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass man in der 3. SSW – gerade wenn der Kinderwunsch sehr groß ist und man seinen Körper gut kennt – die Einnistung spüren kann.

Wissenswertes zur “Einnistungsblutung”: Eine Einnistungsblutung (Nidationsblutung) findet  – wie der Name schon sagt – in der 3. SSW herum statt, nämlich dann, wenn sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter einnistet. Sobald die Einnistung stattfindet, verwachsen Dein und das kindliche Gewebe zusammen und das kann zu einer kleinen Blutung führen. Diese Blutung kann hellrot oder auch bräunlich sein, je nachdem, ob es frisches oder altes Blut ist. Sorge ich daher nicht, wenn Du in der 3. SSW eine leichte Schmierblutung hast, das ist kein Grund zur Sorge.

Nach der Befruchtung beginnt sich die Eizelle zu teilen und wandert weiter Richtung Gebärmutter. Ist sie dort angekommen, besteht es aus rund 100 Zellen. Ob sich das Ei einnistet kannst Du eigentlich nicht positiv beeinflussen. Zwar ist eine gesunde Lebensweise durchaus förderlich, aber es gibt genug Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind, obwohl sie einen extrem ungesunden Lebensstil haben. Daher bin ich auch der Meinung, dass man sich – bevor man nicht weiß, dass man schwanger ist – nicht so stressen sollte. Damit werde ich bestimmt einige Gemüter verärgern, aber ich stehe dazu, dass ich – trotz Kinderwunsch – meine Laster genossen habe.

4. SSW: Die Schwangerschaft beginnt?

Am Ende der 3. SSW oder am Beginn der 4. SSW nistet sich das Ei in der Gebärmutter ein und versucht sich festzuhalten. Und auch hier gilt: alles oder nichts! Du kannst es nicht beeinflussen, also entspann‘ Dich 🙂 Gegen Ende der 4. SSW, also wenn Deine Periode ausbleibt, kannst Du schon einen Frühschwangerschaftstest machen.

Während unserer Kinderwunschzeit (die ging genau ein Jahr) habe ich zwei Mal einen Frühschwangerschaftstest gemacht. Einmal im Sommer 2016, da war ich drei Tage drüber und habe in der vermeintlichen 4. SSW einen Test gemacht, der dann negativ war. Im April 2017, am ersten Tag meiner eigentlichen Periode habe ich dann ebenfalls einen Frühschwangerschaftstest gemacht. Damals war ich am Ende der 4. SSW und der Test war dann positiv.

Getestet habe ich mit dem Clearblue Frühtest*

Gut zu wissen: Viele Schwangerschaften enden in der 4. SSW und zwar mit der normalen Periode. Wenn man also schon vor Ausbleiben der Periode einen Schwangerschaftstest macht und das Baby kann sich nicht festkrallen, dann würde man die Fehlgeburt aktiv erleben. Ich finde es besser zu warten, bis die Periode ausbleibt und dann erst zu testen.

Die Ernährung in der 1. – 4. SSW

Wie schon erwähnt, kannst Du in den ersten vier Schwangerschaftswochen eigentlich nicht viel falsch machen. In der 1. SSW und der 2. SSW bist Du noch gar nicht schwanger und kannst Dich daher ernähren wie Du willst. Auch in der 3. SSW und der 4. SSW macht es kaum einen Unterschied, ob Du Dich super gesund ernährst oder nicht. Was Du allerdings tun solltest: sobald Du einen Kinderwunsch hast, nimm’ Folsäure.

Ich habe diese hier genommen und war sehr zufrieden: Folio 1 forte Filmtabletten, 90 Stück*

Die Einnahme von Folsäure dauerte bei mir – glaube ich – bis zum Ende der 12. SSW. Da hat mir meine Frauenärztin gesagt, dass ich jetzt damit aufhören kann.

Magnesium in der Schwangerschaft ist wichtig, denn es schützt die Plazenta, hilft beim Toilettengang und sorgt dafür, dass Du nicht so starke Bauchschmerzen oder Wadenkrämpfe hast. Da ich die Königin der Verstopfung in der Schwangerschaft war, habe ich oftmals 2-3 Packungen Magnesium genommen. Leider ohne Erfolg. Leider habe ich erst nach der Schwangerschaft das ultimative Mittel gegen Verstopfung gefunden. Was das ist, kannst Du demnächst hier auf dem Blog nachlesen.

Zumal ich auch sagen muss, es gibt nichts, was dämlicher ist, als die Hibbel-Weiber, die am ES +5 irgendwelche Tests in Foren posten und fragen, ob da irgendjemand eine Linie sieht. Sorry, aber das ist völliger Unfug.

Aber ich möchte diesen Beitrag, der mir sehr am Herzen lag, gerne positiv beenden: ich finde, jede Frau sollte sich mit ihrem Zyklus und der 1.-4. SSW auseinandersetzen. Denn nur, wenn man seinen Körper kennt, weiß man auch, worauf man achten muss.

Wie hast Du Deine Kinderwunsch erlebt? Hast Du zu den “Hibbel-Weibern” gehört? Hinterlasse mir einen Kommentar mit Deiner KiWu-Geschichte 🙂


Quellen:

https://www.baby-walz.de/1-4-schwangerschaftswoche-ssw/

https://www.windeln.de/magazin/schwangerschaft/schwangerschaftskalender/1-4-schwangerschaftswoche-ssw.html

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