Buchrezension: Mein kompetentes Baby

Mein kompetentes Baby

Als Neu-Mama war ich absolut mit allem überfordert. Das muss ich jetzt mal klar sagen. Da ist man neun Monate schwanger und innerhalb von nur drei Tagen sitzt man mit einem winzigen Menschen zu Hause. Im besten Fall guckt er Dich dann zufrieden an (war bei uns jetzt nicht ganz so) und gluckst vergnügt vor sich hin. Aber was will mir dieses Glucksen sagen? Warum schreit er denn jetzt? Und wie nimmt so ein Mini-Mensch seine Umwelt eigentlich wahr? Diese und noch viele andere Fragen beantwortet Nora Imlau in ihrem Buch Mein kompetentes Baby.

Wer sich mal ein bisschen mit dem Baby-Thema auseinandersetzt, der wird schnell feststellen: so ein Baby hat einfach einen Urinstinkt.Seine Aufgabe besteht darin nicht zu sterben. Und damit ihm das gelingt, setzt es ziemlich viele Dinge ein. Dumm nur, dass die meisten Erwachsenen überhaupt nicht verstehen, was das Baby uns sagen möchte. Nora Imlau beschreibt in sieben Kapiteln, wie kompetent so ein Baby eigentlich ist.

Dabei ist sie gewohnt einfühlsam und orientiert sich an der bindungs- und bedürfnisorientierten Erziehung. Von beiden bin ich ein großer Fan, wobei ich in manchen Punkten meinen eigenen Weg gehe (zum Beispiel habe ich unseren Sohn nicht gestillt). Schon im ersten Kapitel habe ich viel darüber gelernt, wie ein Neugeborenes seine Welt wahrnimmt, warum Geborgenheit und Nähe so wichtig sind und wie uns die Babys den Weg weisen.

Im zweiten Kapitel geht es um Stilkinder. Da das auf mich nicht zu traf, habe ich es nur quer gelesen.

Besonders aufschlussreich war das dritte Kapitel, hier geht es um babygeleitete Beikosteinführung, auch unter dem Begriff Baby Lead Weaning (BLW) bekannt. Da unser Sohn Brei verschmäht hat, habe ich ebenfalls BLW praktiziert (in einer etwas abgeschwächten und für uns optimierten Version) und bind damit echt zufrieden. Nora Imlau geht in diesem Kapitel recht tief ins Detail, sehr anschaulich und praxisbezogen.

Ein für uns sehr heikles Thema wird im vierten Kapitel behandelt: der Babyschlaf. Wenn Du zu unseren Leidensgenossen gehörst und Dein Baby einfach nicht durch schläft, dann wird Dir dieses Kapitel helfen, damit umzugehen. Eines vorweg: die Autorin gibt keine How-to-Liste mit, damit Babys durchschlafen. Das tun sie nämlich leider nicht auf Kommando, aber mir hat es geholfen, das Schlafverhalten unseres Sohnes besser zu verstehen, wenngleich ich es auch nicht immer hinnehmen kann.

Über die Art und Weise, wie Babys mit uns Eltern kommunizieren geht es im fünften Kapitel. Und das war mein Lieblingsteil im Buch. Ich tat – und tue mich heute noch – sehr schwer damit, unseren Sohn zu verstehen. Ich weiß und wusste oft nicht, was er denn jetzt will. Zwar gibt es auch hier kein Patentrezept, aber immerhin kommt man wieder einen Schritt näher an das Verstehen des Babys heran.

Die Angst vor möglichen Verzögerungen in der Entwicklung nimmt Nora Imlau den Eltern im sechsten Kapitel. Wir waren sehr irritiert, dass unser Sohn immer solche – wie kann ich es gut beschreiben – Fuchtelbewegungen gemacht hat. Und über seine Atmung waren wir verwundert. Die Autorin geht zwar auf dieses Probleme nicht ein, aber wir haben gelernt, warum Babys bestimmte Dinge tun: nämlich damit sie motorisch vorwärts kommen.

Im siebten und letzten Kapitel geht es um das soziale Verhalten und die Entwicklung von Empathie. Auch hier erklärt Nora Imlau sehr bindungs- und bedürfnisorientiert, wie Babys wirklich sind und was wir durch einfach zuschauen und zuhören lernen können.

Fazit

Ich habe dieses Buch verschlungen. Jede Minute, die unser Sohn auf mir geschlafen hat nutzte ich, um weitere Informationen aus diesem Buch aufzusaugen. Ich würde es jederzeit wieder kaufen und kann es Neu-Eltern wirklich wärmstens ans Herz legen. Danke Nora Imlau für diese kleine Bibel!

Kategorie Bücher für Eltern, für Mama, Praktisches
Autor

Mit der Geburt von Paul hat sich alles verändert. Mein Herz gehört zu 100% meinem Sohn und ich könnte mir nicht vorstellen, eine Sekunde ohne ihn zu sein. Ich möchte eine liebevolle Erziehungsmethode finden, die sowohl unsere Bindung stärkt, als auch aus Paul einen selbstbewussten Menschen macht, der empathisch und zufrieden ist. Auf meinem Blog schreibe ich unseren gemeinsamen Weg, den wir seit dem 29.12.2017 begehen. Ich beschäftige mich mit den Themen Erziehung und Muttersein. Dabei verliere ich aber nie den Humor, denn das Leben als Mama hat so viele lustige Seiten, die oft vergessen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme zu.