Clomifen – Wundermittel bei Kinderwunsch?

Clomifen kann helfen, wenn Du keinen Eisprung hast. Nachdem ich ja neulich bei meiner Frauenärztin war und sie mir sagte, dass ich zum Zyklusmonitoring muss, habe ich mich mit Clomifen mal genauer auseinandergesetzt. Im Prinzip wird der Wirkstoff angewendet, wenn der Eisprung nicht ausgelöst wird. Es ist häufig so, dass zwar die Ovulationstests positiv sind, aber der Eisprung einfach nicht ausgelöst wird. Hier ist Comifen das Mittel der Wahl. Es wirkt in der Hirnanhangsdrüse und sorgt so dafür, dass das Ei auch wirklich springt.

Beim Zyklusmonitoring muss man kurz vor dem geplanten Eisprung zum Arzt. Der schaut dann, ob sich die Eibläschen gebildet haben und nimmt Blut ab. Dann muss man kurz nach dem Eisprung noch mal hin um zu testen, ob ein Ei gesprungen ist. Wenn kein Ei gesprungen ist, dann kommt Clomifen zum Einsatz. Die Anwendung ist recht simpel: ab dem 3. Tag des Zyklus muss man eine Tablette abnehmen und zwar 5 Tage lang. Ich habe im Internet gelesen, dass viele Frauen dabei dann starke Schmerzen haben. Ich hoffe, das wird bei mir nicht so sein.

Wie kann Clomifen den Eisprung unterstützen?

Ab der Geburt befinden sich im Körper der Frau die Follikel, also die Eibläschen. Es kann schon mal sein, dass in einem Zyklus ganze 100 Eibläschen heranreifen. Kaum zu glauben, dass da keins platzen will, oder? Aber die Bläschen platzen nicht von allein, sie haben Hilfe vom FSH, dem Follikel stimulierenden Hormon. Das wird in der Hirnanhangsdrüse produziert, genau da, wo dann auch das Clomifen wirkt.

Die kleinen Eibläschen schütten bei der Reifung das Hormon Östrogen aus, also das Geschlechtshormon der Frau. In der Mitte des Zyklus ist das Östrogen sehr hoch, macht auch Sinn, es soll ja auch die Eibläschen bei der Reifung unterstützen.

Der Körper arbeitet aber noch weiter. Das Östrogen sorgt dafür, dass der Körper auch das LH – Luteinisierende Hormon und Progesteron ausschüttet. Dabei muss man aber unterscheiden: LH ist für den Eisprung verantwortlich, Progesteron für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Meine Ärztin vermutet bei mir einen Progesteronmangel, aber das wird sich zeigen, wenn ich beim Zyklusmonitoring war.

Ist das Ei dann tatsächlich gesprungen, mit oder ohne Hilfe von Clomifen, wandert es über den Eileiter Richtung Gebärmutter. Im Eileiter kann es dann zu einer Befruchtung kommen. Dafür bleiben aber nur etwa 12 bis 18 Stunden Zeit.

Wann wird Clomifen eingesetzt?

Wenn der Eisprung ausbleibt oder die Reifung der Eizellen gestört ist, kommt Clomifen zum Einsatz. Oftmals wird es auch bei dem PCO-Sydrom angewendet, denn es ist ein wichtiger Teil der ovariellen Stimulationstherapie. Das sind alle Methoden, die Hormone beinhalten, die einen Eisprung auslösen oder begünstigen sollen.

Wer sich für eine künstliche Befruchtung entschieden hat, der wird nach dieser Therapie häufig eine Insemination bekommen.

Voraussetzungen für die Clomifen-Behandlung

Clomifen wirkt deshalb, weil der Hirnanhangsdrüse eine Meldung gesendet wird, dass es zu wenig Östrogen im Körper gibt. Gesagt, getan, die Hirnanhangsdrüse schüttet jetzt FSH aus.

Damit Clomifen richtig wirken kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. mit einer Blutuntersuchung muss nachgewiesen werden, dass der Eisprung nicht korrekt ausgelöst wird
  2. jegliche Gifte wie Nikotin, Alkohol oder Drogen sollten vermieden werden
  3. der Partner sollte ein Spermiogramm erstellen lassen, das belegt, dass eine Zeugungsfähigkeit vorliegt
  4. Jod und Folsäure sollten eingenommen werden
  5. die Frau sollte auf Röteln geimpft worden sein.

Wirkung von Clomifen

Das Antiöstrogen Clomifen soll dazu beitragen, dass in einem Eierstock der Eisprung auch wirklich ausgelöst wird. Dazu sendet das Hormon ein Signal an die Hirnanhangsdrüse, die dann die Hormone LH und FSH ausschüttet. Dieser Vorgang soll dann den Eisprung auslösen. Was genau in der Hirnanhangsdrüse passiert, hat die Medizin bisher noch nicht erforscht. Man geht aber davon aus, das die Rezeptoren, die für die Bildung des Östrogen verantwortlich sind, blockiert sind und deshalb der Eisprung nicht ausgelöst wird.

Die Behandlung mit Clomifen

Die Behandlung ist denkbar einfach: nach einer ausführlichen Untersuchung beim Arzt nimmt man täglich eine Tablette über einen bestimmten Zeitraum. Zum Glück sind keine Spritzen erforderlich.

Wann Clomifen genau eingenommen wird, entscheiden Dein Arzt und Dein Zyklus. Logisch ist aber: das Medikament wird in der ersten Zyklushälfte vor dem Eisprung eingenommen. Die übliche Dosis pro Tablette liegt zwischen 25 und 50 Milligramm.

Die Tablette wird fünf Tage lang eingenommen, jeden Tag eine Tablette. Bei einer erfolgreichen Behandlung wird dann der Eisprung ausgelöst. Es kann aber gut sein, dass trotz einer Behandlung mit Comifen kein Eisprung ausgelöst wird. Dann wird alles im nächsten Zyklus wiederholt.

Die Einnahme wird von Deinem Arzt überwacht, denn er muss prüfen, ob der Eisprung auch wirklich ausgelöst wurde. Dafür musst Du mehrmals zum Arzt und zwar einmal am Anfang, einmal am Ende der Tabletteneinnahme und zwischendrin. Der Arzt wird dann kontrollieren, wieviele Eibläschen in Deinem Eierstock heranreifen und wird dann möglicherweise die Dosis anpassen.

Der Eisprung mit Clomifen

Wann der Eisprung bei einer Clomifenbehandlung passiert, kommt auf die Länge Deines Zyklus an und wann die Behandlung begonnen wird. Du wirst ab etwa dem 12. Zyklustag jeden zweiten Tag zum Arzt müssen. Er wird per Ultraschall kontrollieren, ob ein Eisprung stattgefunden hat.

Wie lange kann man Clomifen nehmen?

Dein Körper wird seine eigene Reaktion auf das Hormon zeigen. Es gibt keine pauschale Aussage, wie er genau reagiert. Aber Dein Arzt wird in jedem Zyklus genau untersuchen, ob das Medikament seine Wirkung gezeigt hat. Es ist aber so, dass Du Clomifen nur sechs Zyklen nehmen kannst und niemals ohne einen Arzt!

Comifen und die Nebenwirkungen

Das ist zwar keine Nebenwirkung, aber man sollte darauf hinweisen, dass es bei einer Schwangerschaft unter Clomifen außergewöhnlich häufig zu Mehrlingsschwangerschaften kommt. Das liegt daran, dass bei der Einnahme des Hormons mehr Eibläschen im Eierstock heranreifen als normal. Man kann sagen, jede fünfte Schwangerschaft ist dann eine Mehrlingsschwangerschaft. Aber keine Sorge, meistens sind es Zwillinge 🙂

Ein Nachteil der Behandlung ist: die Muttermundschleimhaut verändert sich sehr stark. Das kann dazu führen, dass das Sperma schlechter durch den Muttermund kommt. Die Chancen einer Schwangerschaft sinken somit. Auch die Gebärmutterschleimhaut kann sich verändern, das kann dazu führen, dass sich das Ei nicht so gut einnisten kann.

Du siehst also, die Einnahme von Clomifen kann zwar den Eisprung auslösen, es kann aber sein, dass die Chancen auf eine Schwangerschaft sinken.

Folgende Nebenwirkungen sind zudem möglich:

  • Hitzewallungen
  • Unterleibsschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Sehstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Schlafstörungen
  • Hautausschläge
  • Übellaunigkeit
  • Nervosität

Meistens sind die Nebenwirkungen aber nicht von Dauer und nach einigen Tagen schon wieder weg.

Comifen und Schwangerschaft

Es gibt keine Studien die zeigen würden, dass eine Schwangerschaft nach der Einnahme von Clomifen größeren Risiken unterliegt. Auch die Fehlgeburtenrate ist nicht höher. Allerdings gilt: liegt ein positiver Schwangerschaftstest vor, muss Clomifen sofort abgesetzt werden!

Quelle:
http://www.9monate.de/kinderwunsch-familienplanung/unerfuellter-kinderwunsch/clomifen-id94279.html
Breckwoldt, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008
Federspiel, K.: Kinderlos - was tun? Hirzel, Stuttgart, Leipzig, 2000 ; Keck, C. et al.: Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie. Thieme, Stuttgart 2002; Keck, C.: Neue Wege bei unerfülltem Kinderwunsch. Trias, Stuttgart 2008

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