Ernährung in der Schwangerschaft – Was darf ich denn noch essen & trinken?

Sobald man den ersten „Schock“ eines positiven Schwangerschaftstests verdaut hat, beginnt man auch schon über die Ernährung in der Schwangerschaft nachzudenken. Ich habe ja aufgrund meiner Fehlgeburt im Jahr 2016 bereits ausreichend Erfahrung was das Thema angeht. Nachdem ich jetzt aber erneut schwanger bin (ja, ich bin noch ziemlich aufgeregt), wollte ich alles zum Thema Ernährung in der Schwangerschaft noch einmal aufschreiben.

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Es ist jetzt noch wichtiger als sonst, auf gesunde Lebensmittel zu achten. Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist für mich und mein Baby wichtig, von daher möchte ich jetzt sehr darauf achten, dass ich jeden Tag Obst und Gemüse esse. Man sagt ja, dass man jedes Obst und jedes Gemüse essen kann, solange es gut gewaschen ist.

Achtung vor Listeria monocytogenes und Toxoplasma gondii

Ja, das sind die beiden bösen Worte bei der Ernährung in der Schwangerschaft. Toxoplasmose und Listerien. Für jeden gesunden Menschen sind diese beiden Keime völlig ungefährlich, allerdings nicht für Schwangere und vor allem nicht für ungeborene Babys. Tatsächlich ist es recht unwahrscheinlich sich zu infizieren, denn es gibt nur rund 300 Erkrankungen jedes Jahr. Aber ich möchte es nicht darauf ankommen lassen. Von diesen 300 Erkrankungen sind in etwa acht Prozent der Fälle auch die ungeborenen Babys betroffen.

Ich muss sagen, ich kannte mal – über acht Ecken – eine Schwangere Frau, die beim Brunch im Restaurant ein Ei mit Listerien erwischt hat. Die hatte um die 25. SSW herum vorzeitige Wehen und lag rund sechs Wochen im Krankenhaus. Der Kindsvater war mein Arbeitskollege und ich sage euch, dem ging es echt schlecht.

Ich war ja in der ersten Schwangerschaft echt schlecht drauf. Beim Thema Ernährung in der Schwangerschaft bin ich völlig ausgeflippt. Ich wollte ja eigentlich am liebsten gar nichts mehr essen. Mit der zweiten Schwangerschaft geht es mir bisher ganz gut. Dennoch möchte ich darauf achten, nur „gute“ Lebensmittel zu essen.

Bei Toxoplasmose ist es übrigens so, dass es da innerhalb der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft einen Test gibt, ob man da immun ist. Da ist es bei mir noch lange hin und dieser Test ein eine IGeL-Leistung, also man muss das selbst bezahlen.

Toxoplasmose und Listerien werden über Lebensmittel übertragen. Daher muss man sich fragen, worauf muss ich achten? Was ist bei der Ernährung in der Schwangerschaft wichtig zu wissen?

Milch, Käse und Milchprodukte

Es gilt grundsätzlich: alles, was aus Rohmilch hergestellt wurde, ist verboten. Aber ich habe mich echt gefragt, was darf ich denn überhaupt essen?

  • Joghurt: darf man immer essen, solange er pasteurisiert ist
  • Milch: sie muss ebenfalls pasteurisiert sein
  • Käse: nur Hartkäse! Rohmilchkäse ist verboten. Dieser muss dann auch entsprechend ausgezeichnet sein. Man kann sich merken: Wenn man sich unsicher ist, dann sollte man nur Käse essen, der nicht weich ist.

Erlaubt: Emmentaler, Butterkäse, Gouda und Edamer (immer ohne Rinde). Wenn die Rohmlich anständig verarbeitet wurde, geht auch Rohmilchkäse. Parmesan ist erlaubt, ist ja quasi Hartkäse 🙂

Man sagt, dass auf Lebensmitteln, die sehr trocken sind, Listerien keine Chance haben. Soweit so gut.

Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen: Reibekäse sollte man nicht essen, auch wenn er aus Hartkäse hergestellt wurde. Warum? Ja, das habe ich mich auch gefragt. Und hier die Antwort: wenn beim Reiben und Verpacken nicht sauber gearbeitet wurde, dann können da Listerien drin sein. Hm… Aber die können doch auch in Schnittkäse sein, oder? Ich bin verwirrt…

Ich entscheide mich dafür, einfach jeden Käse zu essen, der mir hart genug erscheint.

Verboten: Weichkäse wie Camembert und Brie, Harzer Roller, Handkäse, Korbkäse und Weichkäse mit Rotschmiere wie Munster, Romadur oder Limburger. Auch verboten: jeder Käse, den man offen an einer Käsetheke kaufen kann oder der in Gefäßen gelagert wurde. Hier ist einfach die Gefahr zu groß, dass da irgendwas drin ist.

Puh… Es wird immer komplizierter. Aber die gute Nachricht: kauft man Mozzarella und Schafskäse abgepackt, dann sind die erlaubt 🙂 Juhu!! Sommersalate sind gerettet 🙂

Ernährung in der Schwangerschaft ist ganz schön kompliziert und es geht noch weiter…

Fisch und Meeresfrüchte

Es beginnt wieder ziemlich einfach: roher Fisch ist verboten! Also kein Suhi in der Schwangerschaft, außer es ist mit Gemüse gefüllt. In rohem Fisch können Listerien, Salmonellen oder Viren sein. Das Verbot gilt übrigens auch für Fisch-Carpaccio und Austern. Eben alles, was roh ist.

Aber darf man Fisch in der Schwangerschaft essen? Ja klar 🙂 Man soll sogar viel Fisch essen.

Wichtig ist nur, dass der Fisch ausreichend erhitzt wurde. Und mit erhitzen ist tatsächlich dünsten oder im Ofen backen gemeint. Ebenfalls erlaubt: Fisch aus Dosen wie Heringe. (das macht mich etwas traurig! Kein Räucherlachs mehr… puh….).

Ebenfalls verboten: Nicht durchgegarte Fischprodukte wie Räucherlachs oder Graved Lachs.

Und noch mal Achtung: beim Fisch muss man auch auf die Quecksilberbelastung achten, denn diese ist in Thunfisch, Schwertfisch und Steinbeißer recht hoch.

Merke: Fisch ist gut und erlaubt, solange er ausreichend erhitzt wurde. Roh (egal ob richtig roh oder geräuchert) ist verboten.

Ich merke schon, Ernährung in der Schwangerschaft hat so ihre Tücken 😀

Fleisch und Wurst

Ich liebe ja Serano-Schinken und diese ganzen italienischen Wurstwaren. Tja, das Meiste davon ist jetzt tabu. Zu einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft gehört auch der Verzicht auf Einiges an Wurst, denn hier in einigen Sorten können sich Listerien und Toxoplasmen verstecken.

Merke: Fleisch muss immer durchgebraten sein. Man darf sich also erst einmal von Steak medium/raw verabschieden J Besser man steigt in dieser Zeit auf anderes Fleisch um, denn ich finde ja, ein durchgebratenes Steak ist eine Schande am Essen 🙂

Verboten: Mett, Tatar, rohes Hackfleisch, Salami, Teewurst und Mettwurst. Des Weiteren sind Räucherspeck, Parmaschinken und Lachsschinken verboten. Eben alles, was nicht durchgebraten oder gekocht ist.

ACHTUNG: Wer gerne Parmaschinken isst, der sollte die Scheiben auf eine Pizza legen und im Ofen ordentlich erhitzen. Ich habe keine Ahnung, was „ordentlich erhitzen“ bedeutet. Aber ich denke, 20 Minuten bei 180 Grad dürften reichen, um alles abzutöten. Schmeckt zwar nicht wie frisch auf dem Brot, aber immerhin etwas 🙂

Erlaubt sind gekochte Wurstwaren wie Leberwurst, Mortadella oder Fleischwurst.

Jetzt gibt es natürlich noch die Regel, dass man bei der Ernährung in der Schwangerschaft darauf achten muss, dass man alles gut kühlt und bald verzehrt. Ja, da stimme ich zu. Aber ich glaube trotzdem, dass man gekochte Wurst, gut verschlossen im Kühlschrank, länger als zwei bis drei Tage aufbewahren kann, wenn das Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist.

So, jetzt dachte ich, ich hätte alle wichtigen Punkte zur Ernährung in der Schwangerschaft abgehackt, aber dann viel mir noch was ein: Waldpilze. Die sollte man nur in kleinen Mengen essen.

Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen: Petersilie, Liebstöckel, Zimt und Süßholz regen die Gebärmutter an und könnten eine Frühgeburt auslösen. Süßholz ist in Lakritze enthalten, deshalb sollten man davon nur 50 Gramm essen.

Mayonnaise ist ebenfalls verboten, sofern sie mit rohen Eiern gemacht wurde. Ich glaube, auch Remoulade wird mit rohen Eiern gemacht. Gleiches gilt für Tiramisu und Mousse au Chocolat.

Merke: Iss einfach nichts, was roh ist und irgendwie vom Tier kommt 🙂

Und die Getränke?

Ja, genau, die Getränke 🙂 Alkohol ist natürlich verboten. Kaffee und schwarzer Tee nur in geringen Mengen. Meine Frauenärztin riet mir, nur eine Tasse Kaffee am Tag zu trinken. Man sollte dann natürlich auch vorsichtig mit Cola, Fanta, Spezi etc. sein, da ist nämlich auch Koffein drin.

Verboten: Alkohol, Bitter Lemon und Tonic Water. Die letzten beiden enthalten Chinin, das kann sich schlecht auf das Baby auswirken. Man sollte am besten ganz darauf verzichten. Wer doch mal Bitter Lemon oder Tonic Water trinken möchte, der sollte das nur in kleinen Mengen tun.

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