Muttergefühle: Für Dich bin die beste Mama, die ich sein kann

Muttergefühle: Für Dich bin die beste Mama, die ich sein kann

12. Januar 2018 2 Von Julia

Es gibt Momente im Leben, die vergisst man nie. Der erste Kuss, das erste Mal und die Geburt des Kindes. Warum ich heute darüber schreibe? Weil mich die Geburt meines Sohnes verändert hat. Nicht etwa schleichend, sondern von jetzt auf gleich. In der Sekunde, als ich ihn das erste Mal sah, war ich ein anderer Mensch. Ich war nicht nur auf einmal Mutter, meine Welt hatte sich verändert und damit alles um mich herum.

Lange bevor ich überhaupt über Kinder nachgedacht habe und auch während meiner ganzen Schwangerschaft, hatte ich sehr feste Meinungen zu verschiedenen Themen. Tragetücher waren etwas für Öko-Muttis, bindungsorientierte Erziehung habe ich abgetan als eine Erziehungsmethode ohne Grenzen und ich war mir sicher, dass ich nach sechs Monaten wieder 40 Stunden pro Woche arbeiten gehen würde.

Und dann kam der 29.12.2017. Es war kurz vor neun Uhr morgens als ich endlich aus der Vollnarkose aufgewacht bin und schmerzfrei war. Ich hörte wie Paul schrie und wollte nichts mehr, als ihn endlich im Arm halten. Ich öffnete die Augen und da lag er. So klein, so weich. In meinem Kopf machte es „klick“ und ich war Mutter. Nicht einfach nur Mutter, sondern Mama mit ganzem Herzen.

Ich war so überwältigt von den Gefühlen, ich weinte eine ganze Weile. Vor Glück. Und, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte. Ich dachte daran, wie ich mir vorstellte, meinen Sohn mit zarten sechs Monaten in fremde Hände zu geben, damit ich wieder arbeiten gehen konnte. Und allein der Gedanke daran, zerriss mir mein Herz.

Es waren nur Sekunden, aber sie haben mich und mein ganzes Leben verändert. Auf einmal war alles andere unwichtig: der Job, den ich nicht annehmen konnte, weil ich schwanger war. All‘ die Steaks und Gläser voller Rotwein, auf die ich in der Schwangerschaft verzichtet habe. Es war mir alles egal. Das Einzige, was zählte war mein Sohn, der endlich in meinem Armen lag. So friedlich und glücklich blickte ich auf diesen kleinen Menschen und schwor mir eines:

„Niemals würde ich zulassen, dass Dir etwas passiert. Niemals würde ich zulassen, dass etwas das Band zwischen uns trennt. Niemals würde ich auch nur einen Gedanken daran verschwenden, mich vor Deine Bedürfnisse zu stellen.“

Ja, ich lese jetzt Bücher wie „Geborgen wachsen“, „Artgerecht“ und „Mein kompetentes Baby“. Ich möchte nur das Beste für meinen Sohn. Ich möchte die beste Mutter sein, die ich sein kann. Und ich werde alles tun, damit mein Sohn geborgen und liebevoll aufwächst. Denn diese Sekunde, die mein Leben verändert hat, diese Sekunde, in der ich meinen Sohn zum ersten Mal gesehen habe, diese Sekunde hat mein Leben verändert. Nein, verbessert. Ich wusste bis dahin nicht, wie sehr man einen Menschen lieben kann. Aber es gibt diesen einen Menschen, den Du so sehr lieben kannst, dass Du es nicht in Worte fassen kannst. Es ist nicht mein Mann. Es ist mein Sohn. Ihm möchte ich alles an Liebe schenken, die ich aufbringen kann. Und ich werde die beste Mama für ihn sein, die sein kann.