NFP – Natürliche Familienplanung

NFP Natürliche Familienplanung

NFP hört sich irgendwie recht unspektakulär an, aber ich habe mich im Laufe meiner KiWu-Zeit (das ist ja jetzt doch schon ein ganzes Jahr), mit vielen Kinderwunsch-Methoden beschäftigt. Und ich muss zugeben, mit der natürlichen Familienplanung kann ich mich ganz gut anfreunden. Ich möchte Dir in diesem Artikel eine Übersicht darüber geben, wie das funktioniert und was Du dabei beachten musst.

NFP – Ein Überblick

NFP wird auch gerne mal symptothermale Methode genannt. Das kommt daher, weil man Symptome des Körper beobachtet. Aber wofür eignet sich die natürliche Familienplanung? Wie der Name schon sagt, würde ich empfehlen sie nur dann anzuwenden, wenn man Kinder möchte. Es gibt viele Frauen, die auch mit NFP verhüten, aber es gibt einige Dinge, die den Zyklus und damit die fruchtbaren so beeinflussen können, dass auch eine ungewollte Schwangerschaft entstehen kann.

Aber zurück zum Thema: grundsätzlich geht es bei der NFP-Methode darum, die Basaltemperatur zu messen, den Zervixschleim zu beobachten und den Muttermund abzufühlen. Im Prinzip kann man auch Ovulationstests anwenden um den Eisprung zu ermitteln, allerdings lernt man damit seinen Körper nicht so gut kennen.

NFP – Ein bisschen Geschichte

Der Arzt Josef Rötzer hat in den 1960er Jahren die Methode der natürlichen Familienplanung entwickelt. Im Prinzip erfüllt sie zwei Aufgaben: sie soll die fruchtbaren Tage anzeigen und im Gegenzug auch die unfruchtbaren Tage. Laut Dr. Rötzer eignet sich die NFP also sowohl zum Kinderwunsch, als auch zur Verhütung. Bei Zweiterem bin ich eher skeptisch.

NFP – Die Vorteile

Die Vorteile der natürlichen Familienplanung liegen klar auf der Hand: keine Hormone. Ich habe selbst jahrelang die Pille genommen und immer gelacht, wenn jemand zu mir gesagt hat „Eine Frau ist erst dann eine Frau, wenn sie ihren Zyklus kennt“. Heute sehe ich das anders. Seitdem ich die Pille abgesetzt habe (das war im Dezember 2015), habe ich ein wesentlich besseres Körpergefühl. Ich spüre meinen Eisprung, merke, wenn es mir gut oder schlecht geht und weiß viel besser, wie ich verschiedene Symptome zu deuten habe. Im Großen und Ganzen liegt der Vorteil – und das ist leider schon der Einzige – darin, dass man keine Hormone verwenden muss.

NFP – Die Nachteile

Verhüten ohne Hormone ist nichts für Faule. Es erfordert viel Disziplin und Regelmäßigkeit. Die Basaltemperatur muss immer morgens zur gleichen Zeit gemessen werden, sonst stimmen die Werte nicht. Zudem braucht man schon auch etwas Überwindung, denn mal ganz ehrlich: Zervixschleim ist nicht Jedermanns Sache und man muss diesen Schleim auch zwischen den Fingern ziehen (dazu in einem anderen Artikel mehr). Und auch das ertasten des Muttermundes erfordert ein gutes Körpergefühl. Du siehst also, diese Methode hat auch ihre Nachteile.

NFP – Lernen & Verhütung

Um NFP erfolgreich anzuwenden, insbesondere, wenn man damit verhüten will, erfordert etwa drei Monate Übung. Erst dann lassen sich alle Daten valide auswerten. Viele Internetportale sagen, die natürliche Familienplanung lasse sich gut in den Alltag integrieren, ich fand das eher unpraktisch und habe mich deshalb für einfache Ovulationstests entschieden.

Wenn Du mit dieser Methode verhüten willst, ist es natürlich sinnvoll, an den fruchtbaren Tagen ein Kondom zu verwenden.

Und so geht man vor

Schritt 1: Basaltemperatur messen

Du beginnst ab dem ersten Zyklus-Tag mit der Messung Deiner Basaltemperatur. Und ja: das kann mit Periode schon mal ziemlich eklig werden. Wichtig dabei ist das richtige Thermometer. Es muss mindestens zwei Stellen nach dem Komma messen und vor allem in 0,1er Schritten. Ich habe mir das Digitale Basal Thermometer für Ovulationstests bei Amazon gekauft und war damit sehr zufrieden. Du musst nur beachten, dass Du die Temperatur immer zur selben Zeit misst, nicht vorher aufstehst und alle „Ausreißer“ (Alkohol, Ausschlafen, Krankheit etc.) dokumentierst. Du siehst also, das ist gar nicht so einfach.

Hast Du dann die Basaltemperatur gemessen, kannst Du sie in ein Zyklusblatt eintragen oder in eine App eingeben. Ich habe eine App verwendet (myNFP) und war auch damit sehr zufrieden.

Mehr zum Thema Basaltemperatur messen kannst Du in meinem Beitrag dazu nachlesen.

Schritt 2: Zervixschleim beobachten

Jetzt wird es schon – zumindest für mich – ein bisschen eklig, denn man sollte auch seinen Zervixschleim beobachten. Dazu gibt es Folgendes zu beachten:

  • direkt nach der Periode fühlt sich die Vagina ziemlich trocken an. Klar, ist ja auch reichlich Blut durchgeflossen.
  • je weiter der Zyklus fortschreitet, desto feuchter fühlt sich die Vagina an. Auch klar, denn wir bewegen uns auf den Eisprung zu.
  • der Zervixschleim kann verschiedene Konsistenzen haben: weißlich, trüb, klumpig, cremig, spinnbar oder fadenziehend.

Je nach Konsistenz befindet man sich vor, im oder nach dem Eisprung.

Schritt 3: Muttermund abtasten

Und hier bin ich ehrlich gesagt gescheitert. Ich bin kein Gynäkologe und mir fehlt die Fingerfertigkeit um meinen Muttermund zu erfühlen. Aber es sind auch nur etwa 10% der NFP Anwenderinnen, die den Muttermund beobachten. Auch der Muttermund durchläuft verschiedene Stadien im Zyklus:

  • nach der Periode ist er recht hart und verschlossen. Er ragt tief in die Vagina rein.
  • an den fruchtbaren Tagen wandert der Muttermund nach oben und wird ziemlich weich, dabei öffnet er sich auch ein bisschen.
  • nach dem Eisprung wird der Muttermund – wie vor der Periode – wieder hart.

Auch wenn ich keine aktiven Erfahrungen dazu habe, findest Du hier einen Artikel über die Technik des Muttermund beobachten.

Ich hoffe, ich konnte Dir einen guten Überblick verschaffen. Ich freue mich über Deine Erfahrungen mit NFP in den Kommentaren 🙂

Quellen:
https://www.mynfp.de/einfuehrung-in-nfp
https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/natuerliche-methoden/natuerliche-methoden-der-familienplanung/
https://www.mynfp.de/zervixschleim-beobachten

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