Pauls 1. Entwicklungsschub

Pauls 1. Entwicklungsschub

20. Februar 2018 1 Von Julia

Die ersten Wochen mit Paul waren aufregend und natürlich auch sehr anstrengend. Als wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden, waren wir gut damit beschäftigt Routine in unseren Alltag zu bringen, uns gegenseitig kennen zu lernen und zu versuchen, Paul zu verstehen. Wir waren völlig überfordert mit seinen Bedürfnissen, denn wir wussten ja noch gar nicht, welches Schreien was bedeutet und was wir dann tun müssen. Aber das legte sich sehr bald und wir spielten uns gut eins. Um die 5. LW machte Paul dann auch seinen 1. Entwicklungsschub. Diese Woche war echt spannend für uns alle.

Gut zu wissen, wann der 1. Entwicklungsschub losgeht

Natürlich haben wir – wie die meisten Eltern vermutlich – das Buch „Oje, ich wachse!: Von den 10 „Sprüngen“ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 20 Monate und wie Sie damit umgehen können*“. Und ich finde, alle Eltern sollten dieses Buch kaufen und lesen. Die zusätzliche App ist auch super praktisch, denn man hat noch ein paar Videos und die Entwicklungsschübe werden in den Kalender eingetragen.

Man könnte sich natürlich – wie immer – fragen: braucht man das? Früher gab es das auch nicht. Klar, früher gab es Vieles nicht, z.B. die Aufklärung darüber, dass Rauchen und Alkohol das Baby schädigen können oder sogar zu Fehl- und Todgeburten führen können. Der Vorteil, wenn man weiß, wann der 1. Entwicklungsschub beim Baby kommt und was da passiert, ist einfach: man weiß, wie man reagieren muss.

Neuronaler 1. Entwicklungsschub

Und Paul war mit seinem 1. Entwicklungsschub sehr pünktlich, denn er kam ziemlich genau zur 5. Lebenswoche. Da es sich bei diesem Schub (wie bei fast allen Schüben) um die neuronale Entwicklung handelt, müssen die Zwerge schon einiges mitmachen.

Kaum haben sich die Babys an die neue Welt da draußen halbwegs gewöhnt, stellt der 1. Entwicklungsschub wieder alles auf den Kopf. Die Kleinen bekommen ganz neue Eindrücke von der Welt und das muss erstmal verarbeitet werden. Und wie machen das Babys? Sie sind quengelig, unleidig und weinen viel. Aber auch die inneren Organe und der Stoffwechsel verändern sich, was dann auch zu Bauchweh und Blähungen führen kann.

Mehr Beschäftigung mit dem 1. Entwicklungsschub

Eltern werden feststellen, dass die Kleinen auf einmal sehr viel aufmerksamer sind und ihre Umwelt langsam wahrnehmen. Das liegt daran, dass die Sinne nun sensibler werden und sich das Sehvermögen verändert. Das führt nicht nur dazu, dass die Babys überhaupt sehr viel mehr wahrnehmen können, sondern auch dazu, dass sich die Art und Weise WIE sie etwas wahrnehmen total verändert.

Mit dem 1. Entwicklungsschub hat Paul angefangen, sich sehr viel mehr für seine Umwelt und auch für uns zu interessieren. Er konnte Dinge nun sehr viel deutlicher erkennen und konnte auch Dinge erkennen, die weiter weg waren als 20-30 Zentimeter. Das hat natürlich dazu geführt, dass er sich verändert hat. Er war viel wacher und aufmerksamer und ich hatte das Gefühl, dass er immer mehr beschäftigt werden wollte. Toll war auch, dass er jetzt das Mobile wahrgenommen hat. Es war wunderschön zu sehen, wie aufmerksam er den Tierchen folgte und wie viel Freude sie im bereitet haben. Unsere Hebamme hat uns geraten, ab dem 1. Entwicklungsschub auch ein Mobile über der Wickelkommode aufzuhängen. Das haben wir dann auch getan und gleich mal eins selber gemacht 🙂

Paul nahm uns das erste Mal wahr

Neben dem Mobile reagierte Paul auch immer mehr auf uns und sah uns wirklich eine Weile an. Manche Babys reagieren anders auf Berührungen, das konnten wir bei Paul nicht unbedingt feststellen. Was aber ganz toll war: Paul hat zum ersten Mal bewusst gelächelt. Und man glaubt es kaum, aber für uns war das ein ganz wundervoller Moment. Manchmal nehmen die Zwerge auch Gerüche anders war, aber auch das ist uns nicht aufgefallen. Paul wurde aber immer aktiver und hat viel mehr gestrampelt. Auch der Schlaf tagsüber wurde erstmal etwas weniger.

Durch den 1. Entwicklungsschub begleiten

Da man ja leider nicht die Uhr für den 1. Entwicklungsschub stellen kann, braucht man sicher etwas Feingefühl um zu kapieren, was jetzt genau los ist. Aber es gibt – zum Glück – ein paar Anzeichen, auf die man achten kann. Paul hat zum Beispiel öfter mal geweint, ohne dass ich einen Grund dafür finden konnte. Aber auch hier kann man ja die bekannte Liste abarbeiten: Hunger, Windel voll, Bauchweh. Wenn nichts davon zutrifft, dann wird es wohl der 1. Entwicklungsschub sein. Zudem war Paul ziemlich anhänglich und wollte nur noch auf meinem Arm liegen und dort schlafen. Ich konnte ihn eine ganze Weile gar nicht ablegen. Wir waren am Rande der Verzweiflung. Stillbabys wollen öfter gestillt werden. Ich konnte bei Paul keinen größeren Appetit feststellen, aber er ist ja auch ein Flaschenkind (#flaschegebenistauchliebe).

Wir haben natürlich alles mögliche versucht, um Paul den 1. Entwicklungsschub so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Dabei muss man sich immer vor Augen führen, dass die Zwerge auf einmal eine ganz neue Welt erleben. Und das macht ihnen vielleicht Angst. Durch diese Angst muss man sie einfach begleiten. Wir haben mit Paul während des Schubs viel gekuschelt. Der Körperkontakt hat ihm einfach gut getan. Er hat sich gut beruhigt, wenn wir ihn im Arm getragen und hin und her gewogen. Manche Babys werden in während der Schübe gern im Tragetuch oder in der Tragehilfe getragen, Paul mochte das nicht so gern.

Paul wollte auch während dem 1. Entwicklungsschub nicht so wirklich schlafen. Tagsüber machte er nur hier und da mal ein Nickerchen, aber an eine Stunde Schlaf war nicht zu denken. Für mich war das eine sehr anstrengende Zeit, da ich 24 Stunden meinen Sohn an und auf mir hatte. Das mag ja wunderschön klingen, aber man will ja auch mal was essen oder auf die Toilette gehen. Zum Glück kam mein Mann immer zeitig nach Hause und hat übernommen.

Nach ein paar Tagen war der Spuck aber vorbei und Paul hatte seinen 1. Entwicklungsschub gut überstanden. Wir merkten allerdings erst etwa zwei Wochen später so richtig die Veränderung. Seit er sieben Wochen alt ist, haben wir das Gefühl, dass ihm häufiger langweilig ist und er beschäftigt werden möchte. Dumm nur, dass er ja noch gar nichts greifen kann. Daher laufe ich viel mit ihm durchs Haus und lege ihn ab und zu mal unter sein Spieltrapez. Wir sind gespannt, wie sich Paul weiter entwickelt, er ist nämlich gerade mitten im 2. Entwicklungsschub.

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