Pucken – Anleitung & Erfahrungsbericht

Pucken – Anleitung & Erfahrungsbericht

30. Januar 2018 4 Von Julia

Unser kleiner Mann ist ein echtes Mamakind und wird am liebsten getragen. Zudem findet er es total doof, flach auf dem Rücken zu liegen. Als wäre beides nicht manchmal anstrengend genug, hat er auch noch einen sehr ausgeprägten Mororeflex und kann deshalb überhaupt nicht alleine schlafen, auch nicht für ein paar Minuten. In den ersten beiden Wochen hat es mich noch recht wenig gestört, dass der Zwerg immer auf mir lag, aber als dann die dritte Woche anbrach, merkte ich schnell, dass es schon recht praktisch wäre, wenn ich ihn mal für ein paar Minuten ablegen könnte. Gar nicht, weil mich mein Kind nerven würde, sondern vielmehr, damit ich mir mal ein Brot schmieren oder auf die Toilette gehen kann. Mein Mann sagte gleich, wir sollen ihn pucken. Ich fand das sei eine gute Idee und es hat auch recht gut funktioniert. Da mich das Thema Pucken sehr interessiert hat, bin ich Internet mal auf die Suche gegangen um herauszufinden, warum einige Babys gerne gepuckt werden.

Pucken kann Babys helfen

In Mamas Bauch wachsen die Zwerge fast zehn Monate heran und schwimmen anfangs fröhlich durch die Gegend. Aber je größer das Baby wird, desto weniger Platz haben sie im Bauch. Und wir Mamas merken das sehr schmerzlich, denn die Tritte und Hiebe werden immer fester. Mein Kleiner hat in den letzten Wochen der Schwangerschaft oft so fest zugetreten, dass mir richtig schlecht wurde.

Aber ganz egal, wie fest die Babys im Bauch treten, sie kommen nicht weit, denn die Gebärmutter bietet eine ganz natürlich Begrenzung. Wenn dann der Tag der Geburt gekommen ist, müssen die Zwerge mit vielen Dingen auf einmal fertig werden. Zwei davon sind die Schwerkraft und die fehlenden Begrenzungen. Wenn die Babys dann beginnen ihre Hände und Füße von sich zu strecken, fühlt sich das bestimmt sau blöd an, wenn sie dann plötzlich „ins Nichts treten“. Viele Babys kommen damit nicht klar. Kann ich gut verstehen, ich fände das wohl auch doof.

Durch das Pucken bekommen die Zwerge eine natürliche Begrenzung und das kann ihnen helfen, besser zu schlafen und sich dann zu beruhigen.

Aber wie puckt man jetzt ein Baby?

Zum Pucken braucht man nur ein entsprechendes Tuch oder eine sehr dünne Decke. Mehr ist nicht nötig. Ich habe mir zudem einen Pucksack gekauft, weil ich finde, dass der ein paar Vorteile gegenüber dem Pucken mit einem Tuch hat. Wir haben übrigens das Pucktuch von Lässig* benutzt und fanden es super.

Pucksack vs. Pucktuch

Pucken mit dem Pucksack

Wir haben den SwaddleMe* Pucksack benutzt und waren sehr zufrieden.

Der Pucksack ist deshalb sehr praktisch, weil man ihn mit einem Klettverschluss fest verschließen kann. So kann sich das Baby nicht herausarbeiten.

Die Arme sind fest im Pucksack und können nicht raus. Leider hat der Pucksack auch einen sehr großen Nachteil: er passt nur eine bestimmte Zeit.

Das Pucktuch hingegen passt länger, aber man kann das Ende nicht festmachen und es dauert etwas länger, bis das Baby drin ist. Womit man besser klar kommt, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich bevorzuge den Pucksack, da ich finde, dass es einfach bequemer ist.

 

 

 

Pucken mit dem Pucktuch – Anleitung

Das Pucken mit dem Pucktuch dauert etwas länger, aber mit etwas Übung geht es dann auch recht schnell. Es sind nur vier Schritte nötig:

Schritt 1 beim Pucken mit dem Pucktuch:

Schlage das obere Drittel des Pucktuches ein und platziere Dein Baby so, dass es mit dem Nacken genau auf der Faltkante liegt.

Die Schultern dürfen nicht oberhalb der Faltkante liegen, das ist wichtig.

Achte darauf, dass sich keine Falten bilden, das wird Dein Baby später stören und Du kannst das Tuch nicht richtig einschlagen.

 

 

 

 

Schritt 2 beim Pucken mit dem Pucktuch:

Nun legst Du die Arme Deines Babys vorsichtig seitlich an den Körper.

Schlage nun die linke Seite des Pucktuches zur rechten Seite.

Achte darauf, dass Du nun den überschüssigen Teil des Pucktuches unten den Körper Deines Babys schlägst.

 

 

 

Pucken Anleitung Schritt 3

Schritt 3 beim Pucken mit dem Pucktuch:

Nun nimmst Du den unteren Zipfel des Pucktuches und führst ihn locker in Richtung Schultern Deines Babys.

Stopfe das Ende vorsichtig in das Pucktuch, sodass es leicht stramm ist.

Natürlich darf das Tuch nicht auf dem Gesicht des Kindes liegen. Und achte wirklich darauf, dass das Tuch nicht zu fest ist, Dein Baby sollte seine Beine noch bewegen können.

 

 

Pucken Anleitung Schritt 4

Schritt 4 beim Pucken mit dem Pucktuch:

Nun schlägst Du die rechte Seite des Pucktuches um Dein Baby herum und machst es fest.

Nun ist Dein Baby fertig gepuckt.

 

 

 

 

Was muss ich beim Pucken beachten?

Egal ob Pucksack oder Pucktuch: es ist super-wichtig, dass man darauf achtet, dass das Baby nicht zu fest einpuckt wird. Deshalb sollte die Pucktechnik immer von der Hebamme überprüft werden. Sie kann dann sagen, ob das Baby zu fest gepuckt wurde.

Zudem ist es unerlässlich, dass das Baby NIEMALS ohne Aufsicht eingepuckt abgelegt wird! Ein Baby das sich bereits auf den Bauch drehen kann, darf NICHT mehr gepuckt werden.

Ein Baby darf niemals gepuckt werden, nur weil es schreit. Klar, ein Schreibaby kann damit beruhigt werden, aber man muss immer versuchen herauszufinden, warum das Baby schreit und dann seinem Bedürfnis nachkommen. Wir haben unseren Sohn nur gepuckt, wenn er abends unruhig war und durch sein Fuchteln mit Armen und Beinen nicht zur Ruhe kam.

Anleitung fürs Pucken

Das nachfolgende Video erklärt super, wie man ein Baby richtig puckt. Aber bitte immer noch mal die Hebamme fragen, ob alles passt.

Du siehst also, pucken ist ziemlich einfach, kann aber auch gefährlich werden, wenn man falsch puckt. Bitte beachte immer: hat Dein Baby eine Hüftdysplasie darfst Du nicht pucken! Sprich‘ vorher immer mit Deiner Hebamme, sie kann Dich kompetent beraten.


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