Zervixschleim beobachten & fruchtbare Tage ermitteln

Die Beobachtung des Zervixschleim gehört definitv nicht zu meinen Lieblingsmethoden der natürlichen Familienplanung. Um ganz ehrlich zu sein, ich finde das ziemlich eklig. Aber ich muss auch wiederum zugeben, dass der Zervixschleim eine ziemlich sichere Methode ist, die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Ich habe das ein paar Monate ausprobiert und die Entwicklung des Zervix war immer gleich mit den Ovulationstests. Allerdings bauen sich bei mir aktuell (27.03.2017) nur die Follikel im Eierstock auf, ein Eisprung findet nicht statt. Das bedeutet also auch: jede Methode der NFP (Basaltemperatur, Zervixschleim, Ovulationstest) sagt Dir nur, ob sich Follikel im Eierstock bilden. Ob ein Eisprung auch tatsächlich stattfindet, kann Dir nur der Frauenarzt mittels einer Blut- und Ultraschalluntersuchung sagen. Das zumindest vorweg. Ich finde allerdings, dass es dennoch sehr wichtig ist herauszufinden, ob sich Follikel bilden, also ob der LH-Wert im Körper ansteigt. Das erleichtert dann die „Fehlersuche“ beim Arzt 🙂

Der Zervixschleim verändert sich

Im Laufe des Zyklus verändert sich der Zervix und damit auch die Scheide. Nach der Periode ist alles ziemlich trocken, je weiter der Zyklus fortschreitet, desto feuchter wird da unten alles. Achtung, jetzt wird es etwas unangenehm: Der Zervixschleim verändert seine Konsistenz im Laufe des Zyklus (trüb, weißlich oder gelblich, klumpig oder cremig, spinnbar oder fadenziehend). Ich finde, man muss da schon echt Bock drauf haben, jeden Tag mehrmals seinen eigenen Schleim zwischen den Fingern hin- und her zu ziehen. Wie schon gesagt, ich habe das probiert, aber ich finde, es gibt bessere Wege, die fruchtbaren Tage zu finden.

Nähert man sich dem Eisprung, wird der Schleim dann klar und kann zwischen den Fingern gezogen werden. Man nennt ihn dann auch „spinnbar“ und er hat die Farbe von Eiweiß. Frauen, die sich intensiv mit der NFP-Methode auseinandersetzen werden sagen, dass man niemals einfach nur die Temperatur messen darf. Man solle auch immer den Zervixschleim beobachten. Naja, ich bin der Meinung, ein Ovulationstest reicht auch aus und so teuer sind die Dinger ja nicht.

Tägliche Schleim-Kontrolle

Die natürliche Familienplanung ist eigentlich recht aufwendig, denn sie erfordert, dass Du jeden Tag Deine Temperatur misst und ebenso täglich den Schleim überprüfst. Die Schleim-Kontorlle sollte sogar mehrmals täglich erfolgen, da sich Veränderungen innerhalb weniger Stunden vollziehen können. Ich habe täglich etwa 3 – 4 Mal geprüft, wie sich der Schleim entwickelt hat. Am besten macht man das auf der Toiltette und zwar vor dem Wasserlassen. Es kann nämlich sein, dass sich die Schleimqualität durch das Wasserlassen verändert und das würde dann zu einem falschen Ergebnis führen. Wenn man den Zervixschleim eine Weile überprüft, bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, in welchem Stadium der fruchtbaren Tage man sich befindet.

Worauf muss ich achten?

Im Prinzip gibt es drei Dinge, die beim Zervix wichtig sind:

Fühlen: Zuerst muss der Scheidengang geprüft werden. Ist er trocken, schleimig, feucht? (Ja, ich finde das immer noch ziemlich eklig!). Hast Du das Gefühl gehabt, dass Du heute vermehrt Ausfluss hattest? Juckt es? All‘ diese Dinge solltest Du irgendwie dokumentieren. Das hilft später bei der Zyklus-Einschätzung.

Haptik: Nun geht es ans Eingemachte, denn jetzt musst Du prüfen, welche Haptik der Zervix hat. Dazu nimmst Du mit dem Zeigefinger den Zervixschleim auf und presst ihn anschließend mit Daumen und Zeigefinger zusammen und ziehst ihn auseinander. So testest Du, wie dehnbar der Schleim ist. Reibe dazu Daumen und Zeigefinger leicht aufeinander. Jetzt dokumentiert Du, wie die Haptik ist: feucht, ölig, bröckelig, glatt?

Optik: Der letzte Schritt ist die Überprüfung der Optik beim Auseinanderziehen. Zieht der Zervix Fäden oder ist er klumpig? Ist der Zervixschleim weiß, glasig oder geblich? Auch das wird dokumentiert.

Zervixschleim auswerten

Damit Du später weißt, ob Deine fruchtbaren Tage bevorstehen, musst Du nun alle drei Punkte auswerten. Im Prinzip gibt es drei Arten von Zervix, die Du während Deines Zyklus hast.

Nach der Periode:

Direkt nach der Periode hat man eigentlich kaum Zerivix und damit auch kaum Ausfluss. Die Vagina fühlt sich trocken an und kann ab und zu auch etwas jucken.

Haptik: eher klumpig und dick, kann auch cremig oder klumpig sein

Farbe: gelb oder weiß

Stadium im Zyklus: sehr wahrscheinlich nicht fruchtbar

Vor dem Eisprung:

Je näher man dem Eisprung kommt, desto mehr Zervixschleim bildet sich. Die Vagina fühlt sich zunehmend feuchter an, der Ausfluss wird mehr.

Haptik: sehr dehnbar, zieht Fäden beim Auseinanderziehen

Farbe: glasig, transparent, kann wie Eiweiß aussehen

Stadium im Zyklus: sehr wahrscheinlich fruchtbar

Nach dem Eisprung:

Ist der Eisprung vorüber, verändert sich der Zervix wieder und der Ausfluss wird weniger.

Haptik: klumpig

Farbe: nicht durchsichtig, sehr weiß

Stadium im Zyklus: sehr wahrscheinlich nicht fruchtbar

Wo entnehme ich den Zervixschleim?

Es gibt zwei Varianten: am Scheideneingang und am Muttermund. Wenn Du den Zervix am Scheideneingang entnehmen möchtest, dann fährst Du einfach mit dem Finger über den Vaginaeingang, so als ob Du Toilettenpapier benutzen möchtest. Für mich war das übrigens die einzige Varianten, denn meinen Muttermund habe ich beim besten Willen nie gefunden.

Wenn Du den Zervixschleim am Muttermund entnehmen möchtest, wird es schon komplizierter. Du musst ein Bein auf den Rand der Badewanne stellen und dann ziemlich tief in die Scheide rein. Der Muttermund liegt etwa acht bis zehn Zentimeter tief drin. Wer seinen Körper gut kennt, der kann diese Variante probieren, für mich war das nichts.

Wie dokumentiere ich alles?

Am besten nimmst Du Dir einfach einen kleinen Kalender oder trägst alles in eine App ein. Ich habe die Eisprung-App von urbia, dort kann man sich auch jeden Tag Notizen machen. Ich habe mich an folgende Abkürzungen gehalten:

x = nichts (nichts gesehen, nichts gefühlts, es ist nichts feucht) -> meistens direkt nach der Periode

t = trocken (alles fühlt sich trocken an, kein Zervixschleim sichtbar, es juckt vielleicht ein bisschen) -> oft nach oder direkt vor der Periode

f = feucht (es fühlt sich feucht an, aber es noch kein Zervix sichtbar/spürbar)

S = Schleim (Zervix ist dick, weiß, gelb, klumpig oder cremig. Es fühlt sich feucht an)

S+ = Schleim + (Zervix ist glasig, spinnbar, wie Eiweiß. Es fühlt sich alles ziemlich feucht, fast nass an.= -> meinstens kurz vor dem Eisprung.

Für mich haben diese fünf Varianten ausgereicht, da ich ja auch noch Ovulationstests gemacht habe und meine Temperatur gemessen habe.

Wer jetzt alles bis ins Detail dokumentieren möchte, der kann es mal mit dem Zykluscomputer von Cyclotest versuchen. Ich habe den nie ausprobiert, weil mich der Preis echt abgeschreckt hat.

Der Vorteil an dem Gerät ist allerdings, dass man ihn auch nach der Kinderwunschzeit durchaus als eine Art „Verhütungsmittel“ verwenden kann.

Fazit

Für mich war die Beobachtung des Zervixschleims zu eklig und zu aufwendig. Ich wollte nicht irgendwo auf die Toilette gehen und dort an mir rumwerkeln. Die Messung der Temperatur und die Ovulationstests waren für mich ausreichend.

Quellen: https://www.mynfp.de/zervixschleim-beobachten
https://www.cyclotest.de/zervixschleim

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